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Der erste zweistöckige Tunnel Europas entsteht in Maastricht

März 16, 2014 Euregio Maas-Rhein, Maastricht
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An seiner tiefsten Stelle ist er 22 Meter, an anderen Stellen wird er etwa 17 Meter tief sein. Auf zwei Ebenen soll hier in etwa fünf Jahren der Verkehr der Autobahn A2 unter der Stadt Maastricht durchfließen, und damit die Stadt erheblich entlasten. Etwa achtzig Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens wird sich dann unterhalb der Erdoberfläche fortbewegen.

In Zukunft kann man, so die Planer, in drei Minuten die Stadt durch den Tunnel passieren. Im oberen Tunnel rollt dann der innerstädtische Verkehr, und im unteren Teil der Durchgangsverkehr durch die Stadt. Der Tunnel zwischen den Verkehrsknotenpunkten De Geusselt und Europaplein soll 2,3 Kilometer lang werden. Fast dreißig Jahre hat Maastricht für diesen Tunnel gekämpft, man hatte kaum mehr daran geglaubt, dass der Bau tatsächlich begonnen werden konnte. Doch jetzt ist dieser Bau eines der Vorzeigeprojekte der niederländischen Provinz Limburg.

An der Oberfläche des Tunnels, dort wo jetzt noch die Abgase das Stadtbild prägen, soll eine prachtvolle grüne Allee entstehen. Das Projekt nennt sich „de groene loper“ . Fußgänger und Radfahrer werden hier das Reich in Zukunft für sich alleine haben. Kostenpunkt, allein für den Tunnelbau: Etwa 500 Millionen Euro Zweitausend neue Bäume sollen hierfür gepflanzt werden. Das Team, das den Tunnel baut, ist international, und kommt aus fast allen Ländern Europas. Unter ihnen sind viele deutsche und irische Firmen. Es gibt sogar auch eine Frau auf der Baustelle! Bemerkenswert ist das große Interesse der Bevölkerung an den laufenden Bauarbeiten.

Von Anfang an hatten die Stadtplaner ihre Bevölkerung eng mit in die Planungen einbezogen. Es gibt ein eigens, hierfür errichtetes Besucher-Informationszentrum, das über die einzelnen Baufortschritte fortlaufend informiert und den Besuchern kostenlos zur Besichtigung zur Verfügung steht.

Unter anderem kann man hier die neuesten Filme über das Projekt sehen. An der Baustelle selbst gibt es mehrere Besucher-Aussichtsplattformen. “Inzwischen haben wir richtige Fans“, so Desiree Florie. Einer der Besucher kommt z.B. jeden Tag vorbei und informiert sich. Finanziert wird das Projekt von Rijkswaterstaat, einer Abteilung des niederländischen Verkehrsministeriums, der Provinz Limburg, der Stadt Maastricht, der Gemeinde Meersen und Europäischen Union.