Aachen trifft Zukunft

Aachen trifft Zukunft

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Fotos: 1 @Andreas Schmitter, 2 @AZ-Archiv

Das Continental-Areal Aachen

Neu gedacht: „Vom Stillstand zur Vielfalt“

Fares Arnold Selo, herausragender Nachwuchsarchitekt aus Aachen, schloss seine Masterarbeit „Vom Stillstand zur Vielfalt“ an der FH Aachen mit der Bestnote 1,0 ab. 2025 wurde er zudem als erster Preisträger aus NRW mit dem renommierten AIV-Schinkel-Wettbewerb ausgezeichnet, einem der bedeutendsten Architekturpreise Europas.

Die Masterarbeit mit dem Modell ist aktuell noch bis zum 11. Dezember 2025 im Glaspalais, Heerlen, ausgestellt.
Ein Industrieareal erfindet sich neu

Mit der Schließung des über 90 Jahre genutzten Continental-Areals eröffnet sich für Aachen die seltene Chance, ein 16 Hektar großes Industriegebiet in ein lebendiges, urbanes Zentrum zu transformieren. Das Konzept „Vom Stillstand zur Vielfalt“ liefert eine räumliche Strategie, die kurz-, mittel- und langfristige Perspektiven vereint und den Grundstein für eine nachhaltige Neuausrichtung legt.

Eine zentrale Rolle spielt die intelligente Vernetzung: Die Ziele des Flächennutzungsplans 2030 setzen auf starke Anbindung an das städtische Verkehrsnetz, während der Vennbahnweg als multimodale Achse das Quartier mit Umgebung verknüpft. Entwicklungen mit dem Hutchinson-Areal und dem TRIWO-Technopark schaffen eine Mischung aus Arbeit, Freizeit und Begegnung – ein Wandel vom industriellen Stillstand zur urbanen Vielfalt.

Anerkennung für visionäre Stadtentwicklung

Die Masterthesis „Vom Stillstand zur Vielfalt“ wurde für den Euregionalen Architekturpreis 2025 nominiert. Die Auszeichnung würdigt Abschlussarbeiten, die innovative städtebauliche Konzepte, architektonische Qualität und gesellschaftliche Relevanz im Kontext der Euregio Maas-Rhein vereinen.

Raum im Wandel: Halle 24 neu interpretiert

Die ehemalige Halle 24 – einst Produktions- und Lagerstätte – wird durch den Rückbau späterer Anbauten in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt.

Fares Arnold Selo
Portfolio

Das Konzept des „Hauses im Haus“ schafft flexible Räume für Kultur, Begegnung und Aufenthalt.

  • Halle 24a/b: Anpassungen am Sheddach und im Stützenraster schaffen neue Wege und feinere Gliederung.
  • Halle 24c: Eine Dachöffnung bildet einen begrünten Innenhof für Gastronomie und Cafés.
  • Halle 24d: Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche für regionale Unternehmen.
Die Englebert-Halle: Geschichte mit Zukunft

Als ältestes Gebäude des Continental-Areals steht die Englebert-Halle (1929, O. Englebert Fils & Co.) für den Beginn der Reifenproduktion in Aachen-Rothe Erde. Bis zuletzt als Vulkanisierungshalle genutzt, prägt sie das industrielle Erbe der Stadt.

Die markante Tonnendachkonstruktion und großzügige Oberlichter machen den Innenraum besonders eindrucksvoll. Gleichzeitig erschweren Kontaminationen und tief verankerte technische Einbauten eine behutsame Umnutzung. Dennoch bleibt die Englebert-Halle ein bedeutendes Zeugnis Aachener Industriegeschichte – ein Symbol für die Balance von Erhalt und Transformation.